In der Schweiz leben rund 114'000 Kinder in Armut, weitere 315'000 sind armutsgefährdet. Am stärksten trifft es Kinder aus Einelternhaushalten und kinderreichen Familien. Armut schmälert laut dem Netzwerk Kinderrechte Schweiz nicht nur den Lebensstandard, sondern auch die Chancen auf Bildung, Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe. Welche Unterstützung eine Familie erhält, hängt heute vom Wohnkanton und vom Aufenthaltsstatus ab. Statt dieses kantonalen Flickenteppichs fordert das Netzwerk eine nationale Strategie gegen Kinderarmut: mit verbindlichen Zielen und Erfolgskontrollen, schweizweiten Mindeststandards bei den Familienleistungen und einer eigenen Kinderperspektive im nationalen Armutsmonitoring.
Auch bei anderen Kinderrechten sieht das Netzwerk fünf Jahre nach den Empfehlungen des UNO-Kinderrechtsausschusses grossen Nachholbedarf. Besonders kritisiert es den Stand bei der geplanten Ombudsstelle für Kinderrechte. Parlament und Vernehmlassung hätten sich für eine unabhängige Stelle ausgesprochen, die Kinder persönlich berät und vermittelt. Der Bundesrat setze jedoch auf eine schwächere Variante ohne diese Kernaufgaben.
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